Gutes Unternehmen, aber toxische Vertriebskultur unter regionaler FÃŒhrung â Achtung fÃŒr Sales-Bewerber:innen!
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Marke hat Gewicht im Markt fÃŒr Cybersecurity-Trainings. Die Trainingsangebote sind hochwertig, die Kundenbasis solide, das internationale Kollegium meist sehr professionell.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Im regionalen Vertrieb (DACH) herrscht ein kontrollierendes FÃŒhrungsmodell, das auf Mikromanagement, unrealistischen KPI-Zielen (z.â¯B. pauschal +20â¯% Umsatz in drei Monaten) und tÀglicher Dokumentationspflicht basiert â inkl. RÃŒckfragen zu GesprÀchsanzahl und genauen Arbeitszeiten.
Die FÃŒhrungskraft im Vertriebsbereich kommunizierte zwar nach auÃen hin eine teamorientierte Kultur, im direkten Austausch war der FÃŒhrungsstil jedoch deutlich dominanter Natur: GesprÀche wurden hÀufig einseitig gefÃŒhrt, RÃŒckfragen oder EinwÀnde meinerseits konnten oft nicht vollstÀndig geÀuÃert werden. Das persönliche GesprÀch war geprÀgt von Unterbrechungen und verbalen Monologen.
Zudem nahm ich in der Kundenkommunikation eine gewisse Distanz zu den spezifischen Anforderungen des deutschsprachigen Marktes wahr. Die verantwortliche FÌhrungskraft war international aufgestellt, verfÌgte jedoch Ìber nur eingeschrÀnkte Deutschkenntnisse, was operative GesprÀche mit lokalen Ansprechpartnern aus meiner Sicht erschwerte. In Kombination mit einer begrenzten Vertrautheit mit Entscheidungswegen im DACH-Raum fÌhrte dies nach meiner Erfahrung teilweise zu MissverstÀndnissen oder Kommunikationsbarrieren.
Die angewandten FÃŒhrungs- und Vertriebsmethoden wirkten teilweise veraltet und wenig an die aktuellen Gegebenheiten des hybriden Arbeitens angepasst. Trotz mehrfacher RÃŒckmeldungen von Kundenseite, dass persönliche Termine nicht gewÃŒnscht waren, wurde auf Vor-Ort-Besuche bestanden â selbst wenn Ansprechpartner im Homeoffice arbeiteten und Online-Meetings bevorzugten. Seit der Pandemie hat sich die Erwartungshaltung vieler Kunden verÀndert â diese Entwicklung wurde aus meiner Sicht zu wenig berÃŒcksichtigt.
Ich war Teil eines âPerformance Plansâ, dessen Anforderungen weder marktkonform noch realistisch waren â u.â¯a. vier persönliche Kundentermine pro Woche bei gleichzeitiger Reduktion der ReisetÀtigkeit.
Die psychische Belastung war erheblich. Ein hoher Anteil der DACH-Kolleg:innen (mehr als 40â¯%) hat innerhalb von 12 Monaten das Team verlassen.
Fazit:
Cybersecurity ist ein zukunftstrÀchtiges Thema â aber die FÃŒhrung im DACH-Vertrieb ist nicht gesundheitsförderlich. Wer eine langfristige Sales-Position sucht, sollte sich beim BewerbungsgesprÀch gezielt nach Teamkultur und FÃŒhrungsstil erkundigen, oder sich kritisch fragen, ob das dort gelebte VertriebsverstÀndnis zur eigenen Vorstellung von FÃŒhrung passt.â
VerbesserungsvorschlÀge
VerbesserungsvorschlÀge:
- Leadership auf Vertrauensbasis statt Kontrolle
- Realistische Zielsetzungen, die sich am Markt orientieren
- Besseres HR-Monitoring der regionalen FÃŒhrungspraktiken








