Einfach nur überteuert
Meine Frau und ich wurden mehrere Jahre bei tecis beraten und waren eigentlich immer sehr zufrieden - bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich mich selbst ein bisschen mit dem Thema Finanzen und Altersvorsorge beschäftigt habe. Dadurch habe ich gemerkt, dass bei tecis überteuerte und für mich sinnfreie Produkte verkauft werden.
Es ist ja eigentlich auch logisch: die Verkäufer (ich benutze bewusst das Wort Verkäufer und nicht Berater, da es darum geht, etwas zu verkaufen und nicht ergebnisoffen zu beraten) bei tecis arbeiten auf Provisionsbasis und müssen ja von irgendwas leben. Diese Provision und damit die Kosten des Produkts bezahlt man dann mit hohen Gebühren, die einzeln erstmal gar nicht nach so viel klingen (1,x %), auf mehrere Jahrzehnte bis zur Rente durch Effektivkosten von häufig über 3% aber einen sechsstelligen Renditeverlust bedeuten. Das ist rechtlich natürlich völlig sauber, da man eine Dienstleistung in Anspruch nimmt und man dafür bezahlen muss. Moralisch finde ich es allerdings extremst fragwürdig, jemanden sechs Jahre lang zu "beraten" und dabei nicht einmal den Begriff ETF fallen zu lassen sondern Dinge wir Riester, Rürup und pro Person eine Rentenversicherung zu verkaufen.
Als ich dies begriffen habe, habe ich sofort alle bestehenden Verträge gekündigt und investiere selbstständig in ETFs. Beste Entscheidung.
Fazit: wer sich um nichts kümmern will, lässt alles von tecis machen (der Service an sich ist in der Tat gut), muss dadurch aber auf lange Frist einen sechsstelligen Betrag an Renditeverlust verkraften. Wer sich 60-90 Minuten Zeit nimmt, nimmt seine Altersvorsorge selbst in die Hand und spart massig Geld. Natürlich erzählen die Verkäufer bei tecis etwas anderes, aber es ist schlichtweg eine Mär, dass es zu aufwendig oder schwierig sei, die eigenen Finanzen selbst in die Hand zu nehmen. Beides stimmt nicht.
Alternative: ein paar Hundert Euro in die Hand nehmen und sich von einem Berater auf Honorarbasis beraten lassen, der keine Provisionen bekommt.








