Vorsicht mit diesem Verein
Ich hatte das VergnÌgen, dort mehrere Jahre in Therapie zu sein. Zuerst zur Bewertung, ein Stern ist Minimum und einen weiteren gibt es fÌr einen gewissen, aber Ìberschaubaren Erfolg bei der Behandlung, es hÀtte aber mehr dabei rauskommen mÌssen, wenn man die Zeit berÌcksichtigt die dafÌr verwendet wurde. FÌr mehr reicht es nicht aufgrund der Gegebenheiten, aber dazu mehr gleich.
Bei autistischen Kindern gibt in Bremen therapeutisch gesehen nur wenige Anbieter, das Verein ist hier ein Oligopolist mit marktbeherrschender Stellung, bei Erwachsenen hat er faktisch ein Gebietsmonopolist. Der Andrang ist groÃ, es gibt zu wenig TherapieplÀtze seit einigen Jahren und die Wartezeit betrÀgt mehrere Monate, ehe ein Platz frei wird. Ideale GeschÀftsbedingungen also.
WÀhrend die RÀumlichkeiten noch ausreichend sind fÌr den normalen Betrieb, abgesehen von der Hellhörigkeit, was als Autist teilweise sehr störend sein kann. Bei Terminabsagen soll man mindestens 48 Stunden vorher absagen, allerdings vom ATZ wiederum gab es mehrfach absagen wenige Stunden vor dem eigentlichen Termin bei mir, zweimal bin ich zum ATZ gefahren und der Termin fiel aus ohne Absage. Also es wird von anderen etwas verlangt, was man selber nicht einhÀlt.
Aber kommen wir zum wichtigsten Punkt. Beim Personal ist mir eine fÃŒr einen Arbeitgeber dieser Art relativ hohe Fluktuation aufgefallen. Es gibt zwar durchaus Mitarbeiter dort, die lÀnger dortbleiben, aber diese sind die Minderheit. Generell ist so etwas nach meiner Erfahrung kein gutes Zeichen. Die Qualifikation der Therapeuten ist unterschiedlich, allerdings wird man einen Psychiater oder Psychotherapeuten dort vergeblich suchen. Der Begriff âAutismustherapeutâ ist nicht beschÃŒtzt in Deutschland, insofern kann sich jeder so bezeichnen frei nach Lust und Laune. Der gröÃte Teil der Mitarbeiter hat auch nicht Psychologie studiert. Es gibt viele Quereinsteiger dort, hÀufig trifft man auf SozialpÀdagogen und Ergotherapeuten. Es lÀsst sich streiten darÃŒber, inwiefern die nun qualifiziert sind fÃŒr eine Behandlung von Autismus, einer Persönlichkeitsstörung die definitiv in den Bereich der Psychologie gehört. Also ein Therapeut mit einem Psychologiestudium ist schon das Optimum dort. Wobei es durchaus auch solche ohne Studium dort gibt. Es ist GlÃŒcksache, was man dort vorgesetzt bekommt als Therapeut, man kann es nicht beeinflussen. Nicht einmal die GeschÀftsfÃŒhrung ist konsequent von Psychologen geschweige denn Psychotherapeuten besetzt. Zwei GeschÀftsfÃŒhrer verschweigen ihre Qualifikation, vermutlich ist diese nicht besonders erwÀhnenswert. Der Dritte hat immerhin Psychologie studiert laut seinem Profil auf LinkedIn fÃŒr sieben Jahre (Regelstudienzeit Psychologie sind fÃŒnf Jahre) und hat auch noch einen Doktor. Zwar ist es kein Dr. rer. nat , wie man es bei einem Psychologen erwarten könnte, sondern ein Dr. phil. . Dieser Doktor der Philosophie ist ein Sammelbecken fÃŒr etliche geisteswissenschaftlichen FÀcher, wozu auch Psychologie zÀhlt. Er ist generell schneller und einfacher zu erreichen als der andere genannte akademische Grad und eine beliebte Methode sich den Dr. vor dem Namen zu holen. Aber es ist die Geste, die zÀhlt!
ZurÃŒck zu meiner Erfahrung dort, meine Therapie wurde spontan abgebrochen, obwohl am Tag zuvor noch vereinbart wurde, sie weiterzufÃŒhren. Es ist mir keinerlei Fehlverhalten vorzuwerfen, die lapidare BegrÃŒndung war âdie Therapie lief lange genugâ. Auch gab es Themen, die meinem Therapeuten offensichtlich unangenehm waren und gemieden wurden wann immer möglich. Dummerweise gehören diese Themen aber offiziell zur Autismustherapie dazu und es gab regelmÀÃige Statusabfragen dazu von seitens des ATZ. Aber mein Therapeut sah das anders und beendete die Therapie eigenmÀchtig. Nun hat das ATZ nichts zu befÃŒrchten durch solche Aktionen, der Andrang ist wie schon erwÀhnt hoch und ein Klient weniger kein Verlust und dieser schnell ersetzt. Und der Therapeut hatte ohnehin gar nichts zu verlieren, da er Mitglied des Betriebsrates war dort und somit faktisch unkÃŒndbar. Die GeschÀftsfÃŒhrung stand auf Anfrage voll hinter dem Therapeuten, der Philosophiedoktor hat laut eigenen Angaben keinerlei Probleme mit der Aktion gehabt.
Dieses Verhalten sowohl des Therapeuten als auch des GeschÀftsfÌhrers kann ich nur als unprofessionell und unseriös bezeichnen! Wer dort therapiert wird, muss damit rechnen, dass seine Therapie spontan aus kapriziöser WillkÌr ohne guten Grund und ohne Vorwarnung beendet wird!







